Fleisch oder Gemüse?

Irrtümer über gesunde Ernährung und Tierschutz

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In dieser Broschüre findet ihr weitverbreitete Irrtümer zu den Themen Ernährung und Tierschutz.

Autoren: Susanne Küthe und Jochen Luczak



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Was ess ich nur?

Die Entscheidung, sich vegetarisch oder vegan zu ernähren, fällen immer mehr Menschen. Andere reduzieren lediglich ihren Fleischkonsum und kaufen Bio-Fleisch. Wir sind der Meinung, dass jeder das für sich selbst entscheiden muss.

 

Tatsache ist, das durch unseren Konsum die fruchtbaren Böden zur Ernährung der Weltbevölkerung bald nicht mehr ausreicht. Auch der Verbrauch von Wasser ist bei einer Bevölkerungszahl von 8 Milliarden Menschen bis 2050 ein Problem. Durch Massentierhaltung wird zwar die Fläche für die Tierhaltung geringer, aber um die Tiere zu mästen, werden riesige Flächen zum Anbau des Futtermittels benötigt - dabei werden fast 60 Prozent der für den europäischen Konsum genutzten Äcker außerhalb der EU beansprucht, insbesondere in Brasilien. Dort werden Kleinbauern von ihren Höfen vertrieben und sogar ermordet, wenn sie nicht freiwillig gehen. 

 

Um eine Vorstellung zu bekommen, wieviel Fläche gebraucht wird, hier ein Beispiel: ein Burger mit Pommes benötigt 3,08 m² Fläche, während zum Beispiel Spaghetti mit Tomatensoße nur 0,45 m² benötigt. Daher empfiehlt der WWF den Fleischverzehr auf 350g pro Woche zu reduzieren.

 

Neben der Fläche gibt es natürlich noch viele andere gute Gründe, auf Fleisch zu verzichten oder zumindest Fleisch aus ökologischer Landwirtschaft zu beziehen (auch hier nicht unbedingt von Discountern, sondern Fachgeschäften).

 

Immer wieder wird der Preis ins Spiel gebracht, wenn es um Bioprodukte geht. Würden die Verursacher von Umweltschäden zur Kasse gebeten, und würden die Biobauern für ihren Dienst an der Umwelt entschädigt - so wären Bioprodukte wohl wesentlich günstiger als konventionell hergestellte Lebensmittel. Aber leider wird nach wie vor die industrielle Landwirtschaft gefördert - es gilt die Fläche, nicht die Art des Anbaus, das muss sich ändern!

 

Beim derzeitigen Lebensmittelkauf ist es so, dass wir ca 30% mehr Geld in die Hand nehmen müssen, wenn wir nur Bio-Produkte kaufen - aber - würden wir unseren Fleischkonsum entsprechen der Empfehlungen einschränken, liegen die Mehrkosten wohl nur bei 3-6%. Also können wir es uns alle leisten - wenn wir denn wollen.

 

 

 

 

Massentierhaltung ist oft mit viel Leid für die Tiere verbunden, darüber hinaus, werden den Tieren oft hohe Dosen an Antibiotika verabreicht, die auch für die Menschen schädlich sind. Hühner, Schweine und Kühe brauchen Licht, Luft und Bewegung. Antibiotika werden dann größtenteils überflüssig, denn gesunde Tiere brauchen keine Dauermedikation.

 

Kein Klonfleisch, kein Chlorhuhn, keine Hormonmlich! Die Handelsabkommen dürfen keine Umwelt- und Verbraucherstandards gefährden.

 

Wissen, woher die Wurst kommt! Fleischprodukte müssen hinsichtlich ihrer Produktions- und Haltungsbedingungen gekennzeichnet sein. Aber nicht nur gekennzeichnet, sondern auch kontrolliert!

 

Gentechnik? Nein Danke! Ein nationales Anbauverbot für genmanipulierte Pflanzen muss nicht nur in Deutschland, sondern weltweit verboten werden! Die Folgen sind unvorhersehbar, zumindest was unsere Gesundheit angeht. Der Anbau hat bisher in vielen Ländern viele Probleme bereitet und die Böden teilweise auf lange Zeit zerstört.

 

Die quälerische Massentierhaltung ist der große Schandfleck unserer Landwirtschaft. Millionen Tiere werden in riesigen Ställen auf engstem Raum zusammengepfercht - ein Huhn lebt auf der Fläche eines Taschentuchs. Küken werden ohne Betäubung die Schnabelspitzen abgeschnitten und Ferkeln die Schwänze. Ab 2019 dürfen Schweine nur noch mit Betäubung kastriert werden - ein wichtiger Schritt.

 

Tiere überleben diese Qualen oft nur, weil sie massenhaft mit Antibiotika behandelt werden. Immer mehr Keime werden so resistent gegen Antibiotika und landen später auf unserem Mettbrot. Schon heute sterben mehr Menschen durch resistente Keime als durch Verkehrsunfälle.

 

Auch die Umwelt leidet: Millionen Tonnen Gülle werden auf unsere Äcker gekippt und verseuchen das Grundwasser. Das Tierfutter kommt immer öfter aus Ländern, in denen der Regenwald für Soja gerodet wird - und den Bauern die Ackerfläche für Lebensmittel nimmt. Nicht zuletzt ist die Argoindustrie mit verantwortlich für Klimakrise und Artensterben.

 

Aber auch der Soja-Anbau hat seine negativen Seiten, wird er doch gerne in der veganen / vegetarischen Ernährung verwandt. Hier muss ebenfalls auf ökofairen Anbau geachtet werden. Das gleiche gilt für den Anbau von sogenannten Superfoods - wie z.B. Quinoa. Von daher gilt - informiert euch vor dem Einkauf.

 

 

 

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